Schwalm-Eder-Kreis lässt gefördertes Konzept für seine Liegenschaften erstellen. Dieses ist Bestandteil der nationalen Klimaschutzinitiative und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unterstützt. Die Bundesregierung hat nämlich im Rahmen ihres "Integrierten Energie- und Klimaschutzprogramms" wichtige Weichen für eine moderne, sichere und klimaverträgliche Energieversorgung in Deutschland gestellt. Zugleich hat sie umfassende Maßnahmen für einen effizienten Klimaschutz festgelegt. Die Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums setzt Anreize, um die festgeschriebenen Ziele zu erreichen. Der Projektträger Jülich setzt das "Förderprogramm für Kommunen, soziale und kulturelle Einrichtungen" um. 

In der Folge können Sie sich über den Stand der Bearbeitung und der Umsetzung der Maßnahmen informieren.

 

 

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Im Schwalm-Eder-Kreis wird bei der Energiebewirtschaftung der kreiseigenen Liegenschaften sehr gute Arbeit geleistet. Das beweisen eindrucksvolle Zahlen, die mit der Umsetzung vieler Projekte erzielt werden.  So haben wir bereits heute die Treibhausgasemissionen der kreiseigenen Gebäuden erheblich reduziert. Gleichzeitig wird der Kreishaushalt jährlich durch vermiedene Energiekosten entlastet.

Trotzdem hat der Kreistag des Schwalm-Eder-Kreises einstimmig beschlossen, im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative ein Teilklimaschutzkonzept für seine eigenen Liegenschaften erstellen zu lassen.

Kritiker werden jetzt sicher fragen, weshalb der Schwalm-Eder-Kreis überhaupt so ein Klimaschutzkonzept für seine Liegenschaften benötigt, denn eigentlich verhalten wir uns schon vorbildlich. Denen möchten wir ein Zitat des ehemaligen BDI Präsidenten Till Necker entgegen halten, der einmal gesagt hat: "Wer aufhört, besser sein zu wollen, hört bald auf, gut zu sein.“

So ist der Klimawandel eines der zentralen Probleme unserer Zeit und für die Zukunftsvorsorge unserer nachfolgenden Generationen von erheblicher Wichtigkeit. Deshalb muss gehandelt werden, nicht nur, um vereinbarte Klimaschutzziele erreichen zu können. Die öffentlichen Verwaltungen haben hierbei eine besondere Vorbildfunktion.

Genau deshalb will der Schwalm-Eder-Kreis sich in diesem Bereich weiter entwickeln und für seine Liegenschaften, eigene Klimaschutzziele definieren.

Diese Ziele sollen mit den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten erreicht werden. Deshalb werden im Vorfeld einer Zielvereinbarung solche Aspekte wie Ausgangslage, Potentiale und Zeitrahmen geklärt, also ein Klimaschutzkonzept erstellt.

Dieses wird durch das Bundesumweltministerium im Rahmen seiner Klimaschutzinitiative für Kommunen mit bis zu 50% der Kosten bezuschusst.

Für die Umsetzung des Konzeptes kann nach entsprechenden Beschlüssen  später dann zusätzlich eingestelltes Personal für 2 Jahre bezuschusst werden.

Zur Zeit wird aus den in den Liegenschaften des Schwalm-Eder-Kreises erhobenen Daten ein Maßnahmenkatalog erarbeitet. Erste Ergebnisse liegen vor. Der Endbericht wird noch im Herbst 2011 erwartet.

Im Auftrag des Schwalm-Eder-Kreises hat die Firma EMS - Energieconsulting im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative ein, vom Bundesumweltministerium gefördertes, Teilklimaschutzkonzept für seine kreiseigenen Liegenschaften erstellen lassen.

Hierzu wurden im Jahr 2011 insgesamt 84 Liegenschaften (76 Schulen + 8 Verwaltungsgebäude)  begangen und ihre baulichen Gegebenheiten und technischen Anlagen aufgenommen. Als Querschnitt des gesamten Bestandes wurden 15 Liegenschaften zur detaillierteren Betrachtung ausgewählt und für diese wurde eine Feinanalyse erstellt.

Auf Basis der ermittelten Daten, wurde für den kompletten Gebäudebestand des Schwalm-Eder-Kreises ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, durch den nach dessen Umsetzung Energie eingegspart, Kosten reduziert und CO2  Emissionen vermieden werden.

Die folgenden Maßnahmen wurden dabei in Betracht gezogen:

- Austausch der T8-Leuchtmittel gegen T5-Leuchtmittel oder LED-Lampen

- Austausch klassischer Glühlampen gegen Energiesparlampen

- Installation von Bewegungs- oder Präsenzmeldern zur Beleuchtung von Sanitäranlagen und Nebenräume

- Austausch sanierungsbedürftiger Fenster mit U- Wert > 2,1 W/m²K

- Austausch der Glasbausteine und Einfach-/ Drahtglasfassaden

- Vollwärmeschutzfassaden errichten

- Weitere Installation von Photovoltaikanlagen

- Austausch der klassischen Armaturen (Wasser) gegen Spararmaturen

- Austausch der Urinale mit Spülung gegen wasserlose Urinale

- Austausch sämtlicher Druckspüler oder Spülkästen mit großen Wassermengen gegen Spülkasten mit 6/ 4,5 Litern und Spartaste

- Ersetzen der Erdgas- bzw. Heizöl-Heizkessel gegen Pellet- oder HHS- Kessel

- Einbau von BHKW’s zur Wärme- und Stromversorgung

- Installation einer Wärmerückgewinnung in Raumlufttechnische Anlagen

- Nutzen von Umluft für Raumlufttechnische Anlagen

- Austausch der vorhandenen Heizungspumpen gegen Hocheffizienzpumpen

- hydraulischer Abgleich der Heizungssysteme

Bei Umsetzung aller untersuchten Maßnahmen wäre es dem Schwalm-Eder-Kreis möglich weitere 63 % der durch die kreiseigenen Liegenschaften entstehenden CO2 Emissionen zu vermeiden.

Das vorgelegte Teilklimaschutzkonzept wurde in einer gemeinsamen Ausschusssitzung der Kreistagesausschüsse für Schulen, Umwelt und Wirtschaft vorgestellt und wird zur Zeit in den Fraktionen beraten. Im Jahr 2012 soll die Umsetzung des Maßnahmenkatalogs beschlossen werden.