Projektideee

Nach dem Auszug des Hausmeisters aus dem neben dem Schulgebäude erbauten Einfamilienhaus konnte auf Initiative des Landrats des Schwalm-Eder-Kreises, Herrn Frank-Martin Neupärtl, erreicht werden, dass dieses Haus zu einem Technikhaus umgestaltet wird.
Während der letzten Jahre wurde im Rahmen der Umgestaltung insbesondere darauf geachtet, dass die Vermittlung von projektorientierten Unterrichtsinhalten für die beiden Ausbildungsberufe Elektroniker/-in für Energie- und Gebäudetechnik sowie Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik im Vordergrund der Nutzung stand.

Umsetzung des Konzepts
Dank zielgerichteter Investitionen der Schule, der finanziellen Unterstützung des Fördervereins sowie einer Vielzahl von Firmenspenden (u.a. der Firmen Viessmann und Buderus) konnte dies im Rahmen von verschiedenen Projekten sukzessive umgesetzt werden. In 2007 konnte darüber hinaus aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE-II) das Technikhaus an das hausinterne Glasfasernetzwerk angeschlossen, alle Arbeitsräume mit mehreren Internetanschlüssen versehen sowie der Aufbau eines internen Netzwerkes ermöglicht werden.

Ausgehend von steigenden Energiekosten sowie der geplanten CO2- Reduktion der Bundesregierung als aktiver Beitrag zum globalen Klimaschutz besteht ein erhöhter Bedarf, bestehende und ältere Gebäude energetisch zu sanieren. Der Erfolg einer energetischen Sanierung ist in hohem Maße abhängig von der Sensibilität und den Kenntnissen aller am Bau beteiligten Personen (Planer, Handwerker und Nutzer) für und über die gewerkeübergreifenden Schnittstellen und Zusammenhänge (z.B. Zerstörung der Dampfbremse durch Leitungsverlegung, schnelle Schimmelbildung durch falsches Nutzerverhalten).

Im Rahmen eines Bildungsprojektes soll daher das Technikhaus als Gesamtsystem nach dem neusten Stand der Technik energetisch saniert werden. Insbesondere für das regionale Handwerk liefert die energetische Sanierung des Technikhauses der Radko-Stöckl-Schule hin zu einem energieautarken Ausbildungs-, Schulungs- und Weiterbildungszentrum für die Bereiche Bauen - Wohnen – Energie einen hohen gewinnbringenden Beitrag. Sichtbar und erfahrbar bleiben auch nach der Fertigstellung die während der praktischen Ausführungsphase wichtigen und sensiblen Schnittstellen zwischen den einzelnen Gewerken. Es besteht somit die einmalige Chance, alle erforderlichen Maßnahmen mustergültig sichtbar und erlebbar zu gestalten. Der reale Baukörper wird zum Lehrkörper für Schulungszwecke von regionalen Fachkräften, an dem anschaulich das Gebäude als energetisches Gesamtsystem verstanden wird und jede Fachkraft die Bedeutung des eigenen Handels innerhalb des energetischen Gesamtsanierungssystems verstehen lernt. Durch die lückenlose Dokumentation während der Umsetzungsphase werden zusätzlich alle erforderlichen Arbeitsschritte für eine erfolgreiche energetische Sanierung nachhaltig für die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften aufbereitet und gesichert.

Gleichzeitig können regionale Architekten- und Planungsbüros und das regionale Handwerk das Gebäude nutzen, um Bauherrn an einem Objekt zeitsparend nicht nur die Effizienz einer energetischen Sanierung, sondern auch die Details und Alternativen (z.B. Montage einer Beschattungsanlage innerhalb eines Wärmedämmverbundsystems im Vergleich zu verschiedenen Aufputzsystemen) anschaulich vor Ort aufzuzeigen. Auch die Volkshochschule des Schwalm-Eder-Kreises kann im Rahmen ihres Programmbereiches „Verbraucherfragen – Wohnen, Bauen, Energie“ Kurse zu den o.g. Themen anbieten, um dadurch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die energetische Sanierung ihrer Gebäude zu sensibilisieren und die bestehenden technischen Möglichkeiten aufzuzeigen.

Die Radko-Stöckl-Schule in Melsungen hat die Lernortkooperation als eine zentrale Aufgabe ihrer Bildungsarbeit im Schulprogramm verankert. Eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den ausbildenden Betrieben, der IHK, der Handwerkskammer und den einzelnen Innungen ist kennzeichnend für die Bildungsarbeit an der Radko-Stöckl-Schule. So konnten verschiedene bauliche Maßnahmen des Schulträgers in enger Zusammenarbeit mit dem regionalen Handwerk  erfolgreich umgesetzt werden. Bereits in der Planungsphase wurden fachpädagogische Überlegungen des Kollegiums berücksichtigt.

Alle weiteren Informationen einschließlich einer Webcam können Sie hier finden.